Grußwort des Leipziger Oberbürgermeisters

"Die Sprache der Musik ist unerschöpflich in ihrer Vielfalt, sie durchbricht Mauern der Vereinsamung, sie verbindet Menschen miteinander“, so will der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog die Vielfalt der Musik verstanden wissen. Worte, wie sie treffender nicht sein könnten. Und schier unerschöpflich scheint auch das Repertoire jenes Chores zu sein, der sich nicht nur in mein Herz, sondern in die Herzen vieler anderer gesungen hat: Die Schola Cantorum Leipzig, ein Kinder- und Jugendchor mit über 50-jähriger Tradition und zahlreichen Erfolgen im In- und Ausland. Wer einmal in den Genuss gekommen ist, ein Konzert dieses einzigartigen Ensembles zu erleben, dem wird es zum Bedürfnis werden, weitere Auftritte zu besuchen.
Die Schola Cantorum Leipzig ging aus dem im Jahr 1963 von Reinhardt Syhre gegründeten Chor hervor und wurde von ihm bis zu seinem Tod 1991 geleitet. Heute singen über 200 Kinder und Jugendliche im Ensemble, die kleineren im Kinderchor, die etwas größeren in der Vorstufe und die älteren Mädchen ab 13 Jahre im - von großer Professionalität gekennzeichneten - Mädchenchor. Letzterer erlangte vor allem durch die Interpretation selten zu hörender geistlicher Chormusik sowie durch die Erarbeitung und Aufführung von Kompositionen des frühen 17. und 18. Jahrhunderts schnell Aufmerksamkeit. Ihm zuzuhören ist ein besonderer Genuss.
Die frühzeitige Suche nach stimmbegabten Mädchen sowie deren weitere Förderung schaffen eine wichtige Grundlage für den herausragenden Erfolg des Chores, der nicht nur Leipziger Musikgeschichte schrieb, sondern der sich durchaus im Kreis der Spitzenchöre über Deutschlands Grenzen hinaus behaupten kann. Einige Tourneen führten Mitglieder des Mädchenchores sogar nach Frankreich, Italien, Ungarn, Österreich, Amerika und Südafrika, wo sie an Chorfestivals und Ausscheiden teilnahmen und in Kirchen und Konzerthäusern das Publikum begeisterten. Maßgeblich zum Erfolg der Schola Cantorum Leipzig - so sehen es die Chormitglieder selbst - trägt auch das kollegiale, freundschaftliche und von viel Einfühlungsvermögen geprägte Klima innerhalb des Ensembles bei, verbringen die Kinder und Jugendlichen hier - neben den täglichen Anforderungen von Schule, Studium und Beruf - doch einen großen Teil ihrer Freizeit. Für ihre herausragenden Leistungen bei der Pflege und Verbreitung des musikalischen Erbes gebührt den Sängerinnen sowie ihrem musikalischen Leiter ungeteilte Hochachtung und mein ganz besonders herzlicher Dank. Ich bin davon überzeugt, dass dieses Ensemble auch in den kommenden Jahren seinen Platz als professioneller Kinder- und Jugendchor neben anderen berühmten Chören behaupten kann und mir und Ihnen beim Zuhören zeigt, wie „Musik unter die Haut geht“.

Ihr Burkhard Jung
Oberbürgermeister der Stadt Leipzig