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25 Jahre Freundeskreis Schola Cantorum Leipzig

25 Jahre Freundeskreis Schola Cantorum Leipzig

Grußwort von Dr. Annechristin Meiner, Vorstansmitglied und Mutter eines aktiven Chormädchens, zum 25-jährigen Bestehen des Freundeskreises Schola Cantorum Leipzig e.V.

Die Jahre nach 1989, 1990 waren eine Zeit bedeutender gesellschaftlicher Veränderungen, die eigentlich alle betraf, die das vorangegangene System erlebt hatten – Lebensläufe wurden weniger planbar, brüchiger – gewohnte Selbstverständlichkeiten, staatliche Förderung, Sicherheiten schwanden, gab es nicht mehr. Doch Unsicherheit birgt ebenso eine große Chance, völlig Neues mutig und ideenreich anzugehen, einen ganz andern Blick für die Alltäglichkeit zu entwickeln und diesen entschlossen und zielstrebig umzusetzen. Das hat sich – wenn man so will – bis heute nicht geändert.

So riefen vor einem Viertel Jahrhundert – 1993 – begeisterte Choreltern und Freunde des Chorgesangs, die mit Ihrem ganz persönlichen Engagement ein materielles und ideelles Fundament für ein sinnvolle Gestaltung der freien Zeit von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen schaffen wollten, diesen gemeinnützigen Förderverein ins Leben. So manchem war sicher gar nicht bewusst, mit welchen komplexen Unterfangen in einem neuen reichlich komplizierten System man konfrontiert wurde und was an bürokratischen Hürden, die einfach so sind wie sie sind, – unumstößlich – beispielsweise bei der Finanzierung neuer Konzert-Projekte, CD-Einspielungen, Konzertreisen – zu nehmen waren. Auch dass kommt mir sehr bekannt vor, wenn ich mich an Vorstandssitzungen erinnere. Damals half der sehr erfahrene Hans-Sachs-Chor Nürnberg, mit dem die Schola Cantorum Leipzig inzwischen eine langjährige Freundschaft verbindet.

Sehr viel wurde inzwischen geschaffen und erarbeitet. Vor allem ist in den letzten sieben Jahren unter der Leitung von Marcus Friedrich so vielschichtig Neues entstanden, wurde ein ganz anderes qualitatives Format erreicht – sei es die zu einer schönen Tradition gewordene Kinderoper im Theater der Jungen Welt oder das Besucherrekord verdächtige Weihnachtsliedersingen im Neuen Rathaus, um nur einige Veranstaltungen zu nennen. Alles das ist niemals möglich durch die bloße Trägerschaft der Stadt Leipzig.

Konzertbesucher erleben – wie kürzlich im Völkerschlachtdenkmal – ein ganz wunderbar berührendes Ergebnis, aber die dahintersteckende Arbeit und Organisation (der Teufel steckt ja bekanntlich im Detail) sind enorm und niemals im Rahmen existierender Verträge aller Mitarbeiter zu leisten, immer mit Überstunden – auch weit in die private Freizeit hinein – verbunden und mit vorausschauenden Planungen durch Chorleiter, die Mitarbeiterinnen im Chorbüro, im Freundeskreisvorstand und dem seit einiger Zeit ins Leben gerufenen Elternstammtisch kaum zu leisten. Ohne Kulturpartner, ohne Spenden und Einwerbung von Fördergeldern und den vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern aus der Elternschaft, dem Freundeskreis, älterer Chormitglieder um das jeweilige Ereignis herum ist alles in dieser herausragenden Vollendung und Qualität praktisch nicht umsetzbar.

Verdient dies nicht mehr Unterstützung?

Wenn alles gelingt, trägt die Zeit in der „Singschule“ entscheidend dazu bei, dass Persönlichkeiten reifen, die selbstbewusster, lebensfroher, kreativer, mit besserer Kritikbereitschaft und -fähigkeit, Verantwortung und sozialer Kompetenz ausgestattet sind? Und diese Fähigkeiten in ihr eigenes Leben, in die Gesellschaft hinaustragen und sich sehr gern an die Zeit in der Schola Cantorum erinnern?

Wäre das nicht etwas überaus Sinnvolles? Ja, auf jeden Fall!

„Singen ist das Fundament zur Musik in allen Dingen“ – wie Georg Philipp Telemann einmal einen Reim begann. Und Gesang und Musik sind Kunstform, wenn man bedenkt, dass Kunst gleich welcher Art, als Gewissen unserer Gesellschaft fungiert, agiert – leider in den letzten Jahren so mancherorts sehr beschnitten.

Wenn Politiker, Entscheidungsträger des gesellschaftlichen Lebens und so viele, die mit Ihrer täglichen Arbeit ein Teil unserer Gesellschaft leben, ja – wenn die Menschen überhaupt gemeinsam singen, häufiger singen würden, dann wäre unserer Welt eines bessere, nachhaltigere, gewissenhaftere und in vielerlei Hinsicht schlichtweg auch eine gesündere. Johann Gottfried Seume hat einmal gesagt „Wehe dem Lande, wo man man nicht mehr singet“. Das war Ende des 18. Jahrhunderts. Ein sehr zeitgemäßer Satz.

Es gäbe noch so viel zu sagen, aber ich sage an dieser Stelle: Vielen Dank!

Dr. Annechristin Meiner, Vorstandsmitglied des Freundeskreises Schola Cantorum

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