Steinzeitliche Höhlenmalereien
Steinzeitliche Felsenmalereien
Ein Rotkehlchen Sitzt Auf Einem Ast
Eingeborene Eines Naturvolks In Botswana
Abstrakte Felsformationen Im Antelope-Canyon
Masai-Krieger In Volkstümlicher Tracht
Tanzende Masais Im Serengeti-Nationalpark Tansania
Afrikanische Naturfelltrommel, Gespannt Mit Bunten Bändern
Steinzeitliche HöhlenmalereienSteinzeitliche FelsenmalereienEin Rotkehlchen Sitzt Auf Einem AstEingeborene Eines Naturvolks In BotswanaAbstrakte Felsformationen Im Antelope-CanyonMasai-Krieger In Volkstümlicher TrachtTanzende Masais Im Serengeti-Nationalpark TansaniaAfrikanische Naturfelltrommel, Gespannt Mit Bunten Bändern

Die­ser Arti­kel beschäf­tigt sich mit mög­li­chen Ursprün­gen der Musik, wie wir sie heu­te ken­nen. War­um haben Men­schen ange­fan­gen, Musik zu machen und wel­che Funk­ti­on hat­te die­se zu erfül­len? Und was haben deut­sche Volks- und Kin­der­lie­der mit den Gesän­gen der Urein­woh­ner Ame­ri­kas gemeinsam?

Musikgeschichte(n) aus der Quarantäne

  • Zusammenfassung 

    Die­ser Arti­kel beschäf­tigt sich mit mög­li­chen Ursprün­gen der Musik, wie wir sie heu­te ken­nen. War­um haben Men­schen ange­fan­gen, Musik zu machen und wel­che Funk­ti­on hat­te die­se zu erfül­len? Und was haben deut­sche Volks- und Kin­der­lie­der mit den Gesän­gen der Urein­woh­ner Ame­ri­kas gemeinsam?

  • Wer hat's gemacht? 

    Die­ser Arti­kel wur­de mit ♥ für Euch ver­fasst von Hen­ri­et­te. Hen­ri­et­te stu­dier­te Musik­wis­sen­schaf­ten in Wei­mar sowie klas­si­schen Gesang in Leip­zig und ist als frei­schaf­fen­de Sän­ge­rin tätig. Wäh­rend des C(h)orona-Shutdowns unter­stützt sie die Scho­la Can­torum mit Bei­trä­gen zur Musik­ge­schich­te und beweist dabei: Wis­sen­schaft ist alles ande­re als graue Theorie!

  • Lesedauer 

    Lese­dau­er: 5 Minu­ten • Musik­bei­spie­le: 6 Minuten

1. Kapitel: Der Ursprung der Musik

  • Akustische Eindrücke 

    Set­zen wir uns ein­mal am Anfang unse­rer Rei­se durch die Musik­ge­schich­te in den Gar­ten oder auf den Bal­kon. Was hören wir? Neben Umge­bungs­ge­räu­schen ver­schie­dens­ter Art doch in die­sen Tagen vor allem eins: Vögel, die unter­schied­lich sin­gen, schnat­tern, pfei­fen, gluck­sen… und nach einer Wei­le hören wir viel­leicht das melo­disch von Mama geru­fe­ne "Kind… das Essen ist fer­tig". Doch was hat das alles mit Musik zu tun? Ganz ein­fach: Genau die­se akus­ti­schen Ein­drü­cke bil­den den Ursprung der Musik. Und so  lie­fert uns die Natur eine Men­ge höchst unter­schied­li­cher und vir­tuo­ser Melodien...

     

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  • Früheste Zeugnisse 

    Dass der Ursprung der Musik im Nach­ah­men von Tier- und ins­be­son­de­re Vogel­ge­räu­schen liegt, davon war zum Bei­spiel der berühm­te Natur­for­scher Charles Dar­win über­zeugt. Ande­re Theo­rien besa­gen, dass sie aus dem lau­ten Spre­chen (also dem Rufen), aus dem Nach­ah­men kind­li­chen Lal­lens oder auch aus emo­tio­na­len Laut­äu­ße­run­gen ent­stand. Da der Ursprung der Musik in einer Epo­che liegt, aus der es kei­ne schrift­li­chen Zeug­nis­se gibt, sind das lei­der nur Theo­rien, die nicht belegt wer­den kön­nen. Fest steht: Die Musik ent­wi­ckel­te sich über einen sehr lan­gen Zeit­raum hin­weg (wir reden von Zehn­tau­sen­den und Hun­dert­tau­sen­den von Jahren).

     

    Auch wenn die frü­hes­ten Zeug­nis­se des mensch­li­chen Musi­zie­rens Boden­fun­de (ein­fa­che Instru­men­te; Abbil­dung unten) und Höh­len­ma­le­rei­en sind, so ist doch unum­strit­ten, dass die Ent­wick­lung der Musik mit der Ent­wick­lung der Spra­che ein­her­geht und somit die Stim­me das ers­te Instru­ment der Welt war (zusam­men mit den Hän­den und den Füßen).

     

    Flauta paleolítica.jpg
    Nach­bil­dung einer Flö­te aus dem Gei­ßen­klös­ter­le, 35.000 bis 40.000 Jah­re alt; Foto: José-Manu­el Beni­to Álva­rez, CC BY-SA 2.5, via Wiki­me­dia Commons

  • Musik zur Kommunikation 

    Doch war­um haben die Men­schen ange­fan­gen, Musik zu machen? Zur Unter­hal­tung dien­te sie nicht, davon kann man aus­ge­hen. Nein, sie hat­te viel­mehr kon­kre­te Auf­ga­ben zu erfül­len. So beschei­nig­te man ihr zum Bei­spiel Zau­ber­kräf­te, wes­halb sie oft wich­ti­ger Teil kul­ti­scher Hand­lun­gen war. Auch als Signal wäh­rend der Jagd oder gene­rell als Medi­um zur Nach­rich­ten­über­mitt­lung konn­te sie die­nen: Denn Instru­men­te und Stim­men, die eine bestimm­te Tech­nik haben, kön­nen sehr laut sein und somit meh­re­re hun­dert Meter weit gehört werden.

     

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    So oder so ähn­lich kann man sich die ers­ten Dar­bie­tun­gen von Musik vor­stel­len. Doch Moment: Das ist doch eine Auf­nah­me aus der heu­ti­gen Zeit…? Rich­tig! Und so kom­men wir zu einem sehr wich­ti­gen Punkt. Auch heu­te noch gibt es soge­nann­te "Natur­völ­ker", die ein Leben füh­ren, das dem unse­rer Urah­nen recht ähn­lich sein dürf­te. Inso­fern kann die Erfor­schung der Musik jener Völ­ker auch (vor­sich­ti­ge) Hin­wei­se auf die Früh­for­men der Musik geben. Aus die­ser Idee hat sich ein gan­zer Wis­sen­schafts­zweig ent­wi­ckelt, und zwar die "Musik­eth­no­lo­gie". Sie unter­sucht die Musik der Natur­völ­ker und ver­sucht, musi­ka­li­sche Grund­prin­zi­pi­en zu ermit­teln. Der All­tag der meis­ten Natur­völ­ker ist vom Glau­ben an magi­sche Kräf­te domi­niert und somit dient die Musik ihnen als Mit­tel der Kom­mu­ni­ka­ti­on: Die Musik und die mit ihr ein­tre­ten­de Tran­ce ver­mit­teln das Gefühl, die­sen Zau­ber­kräf­ten gewach­sen zu sein. Musik ist damit auch immer an eine kör­per­li­che Bewe­gung gekop­pelt und ein sozia­les Ereignis.

  • Grundprinzipien setzen sich durch 

    Die Wis­sen­schaft hat für die ver­schie­de­nen Völ­ker ver­schie­de­ne Ton­sys­te­me ermit­telt. So spielt vor allem die Drei­klang­sme­lo­dik in vie­len Kul­tu­ren eine Rol­le. Auch in Euro­pa war sie weit ver­brei­tet und spiel­te schon im Mit­tel­al­ter eine gro­ße Rol­le. Die fol­gen­de Melo­die der Navajo-"Indianer" besteht haupt­säch­lich aus Drei­klang­sbre­chun­gen (Grund­ton, Terz, Quin­te, Okta­ve) und ist damit ein gutes Bei­spiel für Drei­klang­sme­lo­dik bei Naturvölkern:

     

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    Nicht nur in Gesän­gen der Urein­woh­ner Ame­ri­kas kommt die­se Art der Melo­die­bil­dung vor. Hört Euch mal den Anfang die­ses bekann­ten Kin­der­lie­des genau­er an:

     

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    Wir sehen: Egal, wel­che Ent­wick­lungs­stu­fe eine Kul­tur erreicht hat und egal, wo sie her­kommt: Es gibt gewis­se musi­ka­li­sche Grund­prin­zi­pi­en, die sich schein­bar immer durchsetzen.

Literaturverzeichnis & Quellen

  • Sei­te "Prä­his­to­ri­sche Musik". In: Wiki­pe­dia, Die freie Enzy­klo­pä­die. Bear­bei­tungs­stand: 22. Febru­ar 2020, 09:18 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Prähistorische_Musik (Abge­ru­fen: 4. April 2020, 12:55 UTC)
  • Sei­te "Drei-Brü­der-Höh­le". In: Wiki­pe­dia, Die freie Enzy­klo­pä­die. Bear­bei­tungs­stand: 2. Sep­tem­ber 2019, 01:55 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Drei-Brüder-Höhle (Abge­ru­fen: 4. April 2020, 12:57 UTC)
  • Wör­ner, Karl Hein­rich: Geschich­te der Musik, Göt­tin­gen 1993, S. 1–6
  • Fotos: Ashim D’Silva, Ramon San­chez Oren­se, Don Pin­nock, Pixabay