Leipziger Opernhaus Am Augustusplatz

Mit Jesus und Judas auf der Opernbühne

VON KERSTIN Decker
erschie­nen in der Leip­zi­ger Volks­zei­tung, 3. März 2016

Das muss­te ges­tern sein – Schul­be­frei­ung ab Mit­tag für ein Dut­zend Sin­ge­kin­der von der Scho­la Can­torum. Die Mäd­chen und Jungs hat­ten etwas ganz Gro­ßes, Wich­ti­ges vor: Sie stan­den am Abend in der Rock­oper "Jesus Christ Super­star" auf der gro­ßen Opern­büh­ne, unter­stütz­ten die kom­plett eng­li­sche Pro­duk­ti­on mit ihren Stimmen.

Vor­her gab’s viel zu tun: Kos­tü­me anpro­bie­ren, Schrit­te und Bewe­gun­gen für den Auf­tritt ler­nen, Gene­ral­pro­be in ech­ten Kos­tü­men und ech­ter Kulis­se. Eine auf­re­gen­de Sache: "Jaaaa, so groß waren unse­re Auf­trit­te noch nie. Dass wir hier mit den Berühmt­hei­ten aus Lon­don auf der Büh­ne ste­hen, ist schon was Beson­de­res", strahl­te Nan­cy Stein­brü­cker (12) von der Loui­se-Otto-Peters-Schu­le. Von Erfolgs­kom­po­nist Andrew Lloyd Web­ber hat­ten die meis­ten Kin­der schon gehört, auch vom Inhalt des Musi­cals. "Es geht um die letz­ten sie­ben Tage, bevor Jesus stirbt", wuss­te Anni­ka Stein (12) vom Evan­ge­li­schen Schulzentrum.

Das Musi­cal tourt der­zeit im deutsch­spra­chi­gen Raum (in Leip­zig bis Sonn­tag). In jeder Stadt wird ein regio­na­ler Kin­der­chor dazu geholt, in die­sem Fall bekam die städ­ti­sche Scho­la Can­torum den Zuschlag. Und, lie­be Leh­rer, gelernt haben die Kin­der ges­tern auch etwas – Geschich­te und Reli­gi­on, denn sie stan­den mit Jesus und Judas auf der Büh­ne. Und Eng­lisch – sie muss­ten den kom­plett eng­lisch­spra­chi­gen Anwei­sun­gen von Dance Cap­tain Mike Wang und Cho­reo­gra­fin Caro­le Todd folgen.

Titelfoto: Tobias Reich

Schola Cantorum

Die Schola Cantorum Leipzig wurde 1963 gegründet und vereint heute über 300 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in verschiedenen Ensembles.