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Mozart: Die Digitalflöte

Am Ende eines jeden gewöhnlichen Schuljahres findet man die Mitglieder des Kinderchores auf den Brettern, die die Welt bedeuten: Im Theater der Jungen Welt wird dann traditionell die Kinderoper präsentiert. In diesem Jahr kam alles anders. Aber dass die geplante "Zauberflöte" ausfällt, war zu keinem Zeitpunkt eine Option.

Für eine digitale Fassung musste Mozarts Original auf eine Stunde gekürzt und alle Kinderchor-Nummern in singbare Lagen transponiert werden; die mit Home-Schooling belasteten Chormitglieder galt es mittels digitaler Proben bestmöglich vorzubereiten, sodass die Sänger ihre Stimmen zu Hause aufnehmen konnten; sicher würde sich auch jemand finden, der die weit über 150 MP3s im Anschluss schneidet und mastert; zudem müsste irgendwer eine der Situation Rechnung tragende Dialogfassung aus dem Hut zaubern; die Kinderrollen auf Chormitglieder verteilen und alle Szenen (hygienekonform getrennt voneinander) aufnehmen, um anschließend das entstandene Puzzle aus hunderten von Audiosequenzen wieder zusammenzufügen. (Könnte nicht der Mädchenchor als "Special Guest" ein Terzett der drei Knaben beisteuern?) Nicht zu vergessen die geplanten Videoszenen der Gesangssolisten, die geprobt, im Theater der Jungen Welt produziert und anschließend nachbearbeitet werden mussten; und schließlich wollten alle Einzelteile ja in irgendeiner nachvollziehbaren Form im Internet aufbereitet sein, sodass der geneigte Opernendverbaucher die digitale Pandemieflöte unkompliziert auf seinem bequemen Wohnzimmersofa konsumieren kann.

Dass all das in einem konzertierten Kraftakt binnen sechs Wochen von Ende Mai bis Anfang Juli realisiert werden konnte, ist im Nachhinein kaum nachzuvollziehen. Dass sich die meisten Mitwirkenden während der Produktion persönlich nie begegnet sind, ist wohl die merkwürdigste Fußnote dieses Projektes. Ein Dank allen Beteiligten, das Ergebnis kann sich sehen und hören lassen!

Die vollständige Oper ist zu finden unter schola-cantorum.de/zauberfloete.

Projektdetails

Vielen Dank für die Unterstützung bei der Realisierung: Theater der Jungen Welt Leipzig, Maria Schenderlein, Karen Schönemann, Michelle Bernard und Marcus Friedrich
Datum: Juni 2020
Ort: Theater der Jungen Welt Leipzig