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Selbstbewusst Aber Nicht übertrieben

Selbstbewusst aber nicht übertrieben

Wenn rund um Icking vergeblich nach einem Parkplatz gesucht wird, ist der Grund dafür oft eine Stippvisite von Philipp Amelung. Seit viereinhalb Jahren arbeitet der Ickinger Chor- und Orchesterdirigent schon in Leipzig. Doch zum ersten Mal gab es jetzt am Sonntag Gelegenheit, den von ihm geleiteten Chor „Schola Cantorum Leipzig“ in Amelungs alter Heimat zu hören. Zuvor allerdings erfreute die junge A-Capella-Formation „A-Sing D-Sing“ aus dem Würmtal das Publikum als Vorgruppe mit „Wise-Gyus“-Liedern und erntete dafür viel Applaus.

Mit seinen hochmotivierten jungen Sängerinnen hinterließ aber vor allem der Leipziger Chor in der vollbesetzten Ickinger Grundschulaula einen hervorragenden Eindruck. Zu Beginn nahm bei Egil Hovlands „O Come, Let Us Sing“ der homogene Klang der Stimmen und die präzise, aber unforcierte Intonation gefangen. Auch das nachfolgendes Madrigal „In These Delightful Pleasant Groves“ von Henry Purcell intonierte der Chor selbstbewusst, präzise, aber nicht übertrieben. Bruchlos bewegte sich das Ensemble zwischen intensivem Piano und raumfüllendem Forte. Geradezu körperlich spürbar wurde das „kranke Mägdlein“ im gleichnamigen Werk von Max Zenger, wobei die zarte, zerbrechliche Stimmung in der dennoch differenziert-transparenten Interpretation gerade den Reiz ausmachte.

Mit flotter Sicherheit und Genauigkeit sowie dynamischer Ausdifferenzierung wurde daraufhin der Chanson „Il est bel et bon” von Pierre Passerau mit seiner Nachahmung von Hennengegacker intoniert. Die lyrisch aufgehellte Grundstimmung des Volksliedes „Im schönsten Wiesengrunde” zeichneten die Sänger fein und klangschön nach. Das Ostinato von Jósef Swider hingegen erklang eher rhythmisch archaisierend, messerscharf, trotzdem rauh und packend.

Ein Höhepunkt Robert Schumanns Lieder „Nänie“, „Triolett“ und „Spruch“ sowie die nachfolgenden „Mädchenlieder“ „Mailied“, „Frühlingslied“, „An die Nachtigall“ und „An den Abendstern“. Hier hörte man die große Chorerfahrung, die das Ensemble konsequent aufgebaut und zu einem effizienten Klangkörper entwickelt hat. Die Sängerinnen spielten charmant und nuancenreich ihre gestalterischen Fähigkeiten aus, Schumanns Lieder erstrahlten facettenreich. Tobias Stork trug dem obendrein mit seinem zurückgenommenen, hervorragenden Pianospiel stimmungsvoll Rechnung.

Polyphone Durchhörbarkeit, gepaart mit melodischem Schmelz dann mit der Filmmusik „Die Kinder des Monsieur Matthieu” von Bruno Coulais. Hier wurde allerdings das einzige Manko des Chores deutlich: Der Duktus nicht-deutschsprachiger Lieder klang trotzdem noch immer stechschrittartig deutsch. Das mochte dem Fokus auf die Präzision geschuldet sein, doch man vermisste ein bisschen das charmante Flair, das englische und französische Lieder haben.

Mit dem letzten Block zeigte sich der Chor als gut geschultes und ausdrucksstarkes Vokalensemble, das zu großer Intensität und einer anrührenden Tiefe des Ausdrucks fähig ist. „Deep River” war ergreifend wie auch „Autums Leaves” und „All my Trials”. Da nahm man auch das überstrapazierte „The Lion Sleeps Tonight” hin.

Das begeisterte Publikum in der Aula der Grundschule erklatschte sich ein Medley aus „Sister Act” als Zugabe. „Mehr geht leider nicht, wir müssen dringend weiter”, entschuldigte sich Amelung am Ende. Trotzdem ein gelungener erster Auftritt, der sicher nicht der letzte in Icking gewesen sein dürfte.

Claudia Koestler, Isar-Loisach Bote, 14. April 2010

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