Reißzwecken Und Büroklammern Im Spender
Erklärung der Interessengemeinschaft Landeskulturverbände Sachsen

Kulturverbände gegen Fremdenhass

Wir spre­chen als Inter­es­sen­ge­mein­schaft Lan­des­kul­tur­ver­bän­de Sach­sen für ein Kul­tur­land mit rei­cher kul­tu­rel­ler Sub­stanz, das nicht zuletzt durch jahr­hun­der­te­lan­ge Migra­ti­ons­pro­zes­se ent­stan­den ist. Vor allem ste­hen wir für eine Kul­tur­ge­sell­schaft, auch stell­ver­tre­tend für jene, die sich für Men­schen in Not ein­set­zen und einen Geist der Huma­ni­tät und Soli­da­ri­tät leben.

Kul­tur­schaf­fen­de, Kul­tur­po­li­ti­ker und Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen stel­len sich die Fra­ge, wel­che Her­aus­for­de­run­gen die Inte­gra­ti­on von Flücht­lin­gen für ihre Arbeit mit sich brin­gen und wel­che Auf­ga­ben sich vor den Per­spek­ti­ven wach­sen­der Ein­wan­de­rung stel­len. Wir erach­ten es als eine gesamt­ge­sell­schaft­li­che Auf­ga­be, Begeg­nun­gen, Aus­tausch und Dia­log zu ermög­li­chen und dar­über hin­aus die Teil­ha­be von Flücht­lin­gen am gesell­schaft­li­chen Leben – im Sin­ne eines Gebens und Neh­mens – zu ermöglichen.

Wir ermu­ti­gen alle Kul­tur­schaf­fen­den, auch vor dem Hin­ter­grund unse­rer demo­kra­ti­schen Ver­fas­sung, sich mit der Kraft von Kunst und Kul­tur ein­zu­brin­gen und im Sin­ne eines welt­of­fe­nen und tole­ran­ten Kli­mas in Sach­sen Flag­ge zu zei­gen. Neben den Her­aus­for­de­run­gen gilt es auch die Chan­cen von Zuwan­de­rung für die eige­ne Gesell­schaft klug und prag­ma­tisch anzu­pa­cken. Damit aus Her­aus­for­de­run­gen Chan­cen wer­den, tre­ten wir dafür ein, dass Kul­tur­po­li­tik als Gesell­schafts­po­li­tik fun­giert. Dazu gehö­ren kul­tur­po­li­ti­sche Dis­kus­sio­nen über Dif­fe­ren­zen und Viel­falt in einer Ein­wan­de­rungs­ge­sell­schaft. Dazu gehört auch, die Basis der säch­si­schen Kul­tur­land­schaft in den Blick zu neh­men und das Poten­zi­al brei­ten­kul­tu­rel­len Enga­ge­ments genau­so wie der frei­en Sze­nen zu nut­zen. Denn Kul­tur ist auch Nach­bar­schaft, die eine Mensch-zu-Mensch-Begeg­nung ermög­licht und Teil­ha­be krea­tiv und unkom­pli­ziert vor­le­ben kann.

Im Rah­men unse­rer Ver­bands­struk­tu­ren wer­den wir uns mit aller Kraft dafür ein­set­zen, gegen men­schen­ver­ach­ten­de Ein­stel­lun­gen vor­zu­ge­hen. Gemein­sam mit dem Kul­tur­se­nat, der Kul­tur­stif­tung, der Staats­re­gie­rung, dem säch­si­schen Land­tag, den Kul­tur­räu­men und vie­len zivil­ge­sell­schaft­li­chen Akteu­ren tre­ten wir für ein welt­of­fe­nes und tole­ran­tes Sach­sen ein.

Wir betrach­ten es als ein Gebot der Mensch­lich­keit, die genann­ten Her­aus­for­de­run­gen anzu­neh­men, um den Chan­cen Raum und uns allen eine gemein­sa­me Per­spek­ti­ve zu geben.

IG Lan­des­kul­tur­ver­bän­de in Sach­sen, 19. Okto­ber 2015

Lan­des­ver­band der Frei­en Thea­ter in Sach­sen, Lan­des­ver­band der Kul­tur- und Krea­tiv­wirt­schaft Sach­sen, Lan­des­ver­band Sach­sen im Deut­schen Biblio­theks­ver­band, Lan­des­ver­band Sozio­kul­tur Sach­sen, Säch­si­scher Lite­ra­tur­rat, Säch­si­scher Muse­ums­bund, Säch­si­scher Musik­rat, Film­ver­band Sach­sen, Lan­des­ver­band Ama­teur­thea­ter Sach­sen, Säch­si­scher Kin­der- und Jugend­film­dienst, Säch­si­scher Künstlerbund

Titelfoto: Jess Bailey
Marcus Friedrich

Marcus Friedrich

Marcus Friedrich studierte Kirchenmusik sowie Chor- und Orchesterleitung bei Thomaskantor Georg Christoph Biller (Chorleitung), Helgeheide Schmidt (Klavier), Helmut Weese (Korrepetition) und Alexander Vitlin (Orchesterleitung) an der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy".